Das Britische Pfund ist die Währung des Vereinigten Königreiches von Grossbritannien und Nordirland. Hinzu kommen die britischen Überseegebiete, zu denen die Falklandinseln, Gibraltar, St. Helena, Ascension sowie Tristan da Cunha gehören. Es ist auch als Pound Sterling bekannt und wird durch das Währungssymbol £ gekennzeichnet. Das Zeichen wird von dem lateinischen Wort libra (Pfund) abgeleitet. Der Standard ISO-4217-Währungscode lautet Great Britain Pound – GBP. Ein Pfund wird in 100 Pence unterteilt. Die Einzahl lautet ein Penny und die Mehrzahl Pence oder Pennies, sofern es sich um mehrere Ein-Penny-Münzen handelt. Die britische Währung gilt als älteste und beständigste Währung der Welt.

Die Bezeichnung „Sterling“ kommt von einer alten Münze, die ursprünglich aus einer Silberlegierung hergestellt wurde („Sterlingsilber“). Das Britische Pfund war bis 1971 in 20 Shillings zu jeweils 12 Pence eingeteilt. Münzen existierten in den Stückelungen Halfpenny, Penny sowie Threepence, Sixpence, Shilling, Florin (zwei Shilling) und dem Half Crown (zwei Shilling und sechs Pence). Im Jahr 1971 erfolgten die Einführung des Dezimalsystems und die Unterteilung des Pfundes in 100 Pence. Heute existieren Münzen in Stückelungen von 5, 10, 20 sowie 50 Pence sowie einem und zwei Pfund. Die Banknoten bestehen aus Noten zu 5, 10, 20 und 50 Pfund.

Herausgeber von Britischen Banknoten

Während die Münzen in allen Landesteilen gleich sind, werden die Scheine von unterschiedlichen Banken herausgegeben. Die häufigsten Noten sind die der Bank of England. Daneben sind verschiedene schottische Banken, wie die Clydesdale Bank, die Bank of Scotland und die Royal Bank of Scotland sowie nordirische Banken, wie die Bank of Ireland und die Northern Bank berechtigt, eigene Noten herauszubringen. Zwar haben die Banknoten in allen Teilen Grossbritanniens Gültigkeit, sie werden jedoch oft nur in dem Landesteil anerkannt, in dem sich die herausgebende Bank befindet. Die Bank of England ist die Zentralbank von Grossbritannien. Ihre Banknoten gelten als gesetzliches Zahlungsmittel in England und Wales („legal tender“) und werden in allen Landesteilen akzeptiert. Die von den schottischen Banken herausgegebenen Noten sind kein gesetzliches Zahlungsmittel. Ebenfalls sind die von den nordirischen Bank herausgegebenen Noten kein gesetzliches Zahlungsmittel. Häufig kommt es vor, dass nordirische Noten in Wales oder England nicht akzeptiert werden. Allerdings ist ein Eintausch in Scheine der „Bank of England“ eins zu eins möglich.

Historische Entwicklung des Pfundes Sterling

Das Britische Pfund ist die älteste, noch heute verwendete Währung der Welt und existiert schon seit etwa 1.200 Jahren. Bereits im Königreich Kent fanden seit etwa 765 Silberstücke Einzug. Der angelsächsische König Offa von Mercia (757 – 796) führte den Silberpenny ein, bei dem man sich in Bezug auf das Gewicht und den Silbergehalt an den Münzen des Festlandes orientierte. Aus einem Pfund Silber konnten 240 Silber-Sterlinge geprägt werden. Anfang des 10. Jahrhunderts begannen die englischen Könige durch die Einfälle der Dänen mit einer deutlichen Steigerung der Münzproduktion.

Heinrich II. (1133 – 1189) führte eine Münzreform ein. Ihr Sinn bestand darin, die damaligen Short-Cross-Pennys mit einem Gewicht von 1,3 bis 1,45 Gramm und einem Feingehalt von 925/1.000 auch bei einem Wechsel des jeweiligen Herrschers beizubehalten. „Sterling“ stand für die Reinheit des Silbers mit 925/1000, während das Pfund ein Gewichtsmass war. Das Pfund Sterling war somit eine Gewichtseinheit für Silber, aber auch für ein Zählmass für Kleinmünzen. Die Münzen, die von 1180 bis 1247 geprägt wurden, zeigten auf ihrer Vorderseite ein Brustbild des Herrschers. Auf der Rückseite befand sich ein Zwillingsfadenkreuz.

Die Herkunft der Bezeichnung „Pfund Sterling“ ist nicht klar. Das Wort „Sterling“ geht auf das spät-altenglische Wort „steorling“ zurück und bedeutet so viel, wie „Münze mit einem Stern“. In der heutigen Zeit wird die britische Währung jedoch nicht mehr zusammen mit dem Zusatz „Sterling“ erwähnt. Das eigentliche „Pfund Sterling“ hat seinen Ursprung bei Eduard I., der von 1239 bis 1307 lebte. Das Pfund Sterling wurde seinerzeit nach dem Tower-Gewicht bemessen. Nach und nach etablierte sich die Bezeichnung Sterlingsilber als Standardmass für Feinsilber (925/1000) und verbreitete sich allmählich in ganz Westeuropa. Das heute gültige Troyes-Pfund wurde von Heinrich VIII. (1491 – 1547) eingeführt.

Durch den Krieg mit Frankreich entstand in England eine immer desolatere Finanzlage. Notwendig wurden neue Geldquellen, die zur Gründung einer Nationalbank führten („Bank of England“). Britische Pfund-Geldscheine wurden erstmals 1694 herausgegeben. Diese Scheine waren mit dem Versprechen versehen, dem Inhaber auf Verlangen einen Betrag in bestimmter Höhe auszuzahlen, versehen waren. Die Banknoten waren von Hand geschrieben und gaben Geldfälschern leichte Gelegenheit, sie nachzumachen. Deshalb kamen 1697 Scheine in Umlauf, die mit einem durchschimmernden Wasserzeichen versehen waren. Die Wasserzeichen bestanden aus einer Schriftrolle und einer Tafel, die die Aufschrift „Bank of England“ trug. Sie galten zu ihrer Zeit als schwer fälschbar.

Ab 1717 erfolgte durch den damaligen englischen Münzmeister Isaac Newton die Einführung eines Goldstandards, die die Goldmünze „Guinee“ auf den Wert von 21 Shillings festsetzte. Es lohnte sich jetzt, Gold nach Grossbritannien zu importieren, es dort in Silber einzutauschen und das Silber wieder zu exportieren. Die Folge war, dass Silbermünzen allmählich verschwanden und ein Kleingeldmangel herrschte. Goldmünzen wurden zum Zahlungsmittel, woraus sich Gold als Standard entwickelte. Dieser Goldstandard wurde nach und nach von anderen Staaten übernommen. Er entwickelte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einem internationalen System feststehender Wechselkurse.

Nach dem „Guinee“ kam der „Sovereign“ mit einem Wert von 20 Shilling. Er wog etwa 7,98 Gramm und hatte einen Feingehalt von 916/1000. Er entwickelte sich zur Hauptgoldmünze des Königreiches und wurde ab 1855 in Australien und zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts in Kanada, Südafrika und Indien geprägt. Noch bis 1971 wurden viele Preise in „Guineas“ angegeben.

Während des Ersten Weltkrieges wurde der Goldstandard von Grossbritannien ausgesetzt, wurde aber 1925 wieder eingeführt. Der Wechselkurs von 4,86 US-Dollar zu einem Pfund wurde beibehalten, jedoch trat das Britische Pfund etwa 10 Prozent überbewertet in den Goldstandard ein. Die Bindung des Pfundes an das Gold wurde 1931 aufgehoben.

Bis 1928 waren alle Scheine nur auf einer Seite in schwarzer Farbe auf weissem Papier bedruckt. 1928 folgte die Einführung neuer, auf beiden Seiten bedruckter Zehn-Shilling- und Ein-Pfund-Noten. Erst seit 1957 sind alle Banknoten mehrfarbig und auf beiden Seiten bedruckt. Der 1931 gegründete „Sterlingblock“ (Sterlinggebiet) bestand aus einem Zusammenschluss britischer Kolonien und von Grossbritannien abhängiger Staaten. In den dreissiger Jahren traten dem Block weitere Länder bei. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Pfund vom US-Dollar als Leitwährung abgelöst.

Bis 1971 unterteilte sich ein Pfund in 20 Shilling, während jeder Shilling wiederum in 12 Pence unterteilt war. Ein Pfund entsprach somit 240 Pence. Ab Februar 1971 wurde das englische Münzsystem durch das sonst übliche Dezimalsystem ersetzt. Obwohl das Vereinigte Königreich (noch) Mitglied der Europäischen Union ist, wurde im Vertrag von Maastricht festgelegt, dass Grossbritannien selbst entscheiden kann, ob und wann es der Währungsunion beitreten will (Opting-out-Klausel).

Währungsräume

Die Isle of Man gibt das Isle-of-Man-Pfund, das genau einem Pfund Sterling entspricht, heraus. Allerdings ist diese Währung kein offizielles Zahlungsmittel. Ebenso geben die Kanalinseln eigene Banknoten heraus. Diese sind jedoch nur dort gültige Zahlungsmittel und an das Britische Pfund gebunden. Das Britische Pfund ist offizielle Währung von Südgeorgiens und der Sandwichislands. Da die Inseln jedoch zu den Falklandinseln gehören, wird dort auch das Falkland-Pfund verwendet.

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Britische Pence Münzen

Pence Münzen

Die Pfundmünzen zeigen auf ihrer Vorderseite das Porträt von Königin Elisabeth II. Das Kopfbild der Königin wurde ihrem Alter entsprechend 1952, 1968, 1985, 1998 sowie 2015 angepasst. Die vollständige Bezeichnung lautet wie folgt: ELIZABETH D. G. REG. F.D. D. G. steht für „Dei Gratia = von Gottes Gnaden“, REG bezeichnet „Königin“ und F. D. „Fidei Defensatrix = Verteidigerin des Glaubens“.

Bis einschliesslich 2008 zeigten die Münzen auf ihrer Rückseite die Embleme von Grossbritannien. Anschliessend erfolgte beim Münzgeld die Einführung eines neuen Designs, das Auszüge des königlichen Wappenschildes (Royal Shield of Arms) zeigt. Die Ein-Pfund-Münze weist das Wappenschild komplett aus.

Britische Banknoten

Die Noten des Britischen Pfunds unterliegen einem ständigen Wandel. 1960 wurde die C-Serie eingeführt. Seitdem befindet sich auf der Vorderseite kontinuierlich das Bild von Königin Elisabeth II. Seit 1970 werden auf den Rückseiten der Banknoten historische Persönlichkeiten dargestellt. Gegenwärtig sind die Serien E und F im Umlauf. Die 5-Pfund-Banknote zeigt auf ihrer Rückseite ein Porträt der Reformerin des Gefängniswesens, Elizabeth Fry und eine Szene, in der sie Gefangenen etwas vorliest. Die 10-Pfund-Note zeigt ein Porträt von Charles Darwin, ein Blumenmotiv sowie Kolibris und das Schiff HMS Beagle. Auf der 20-Pfund-Banknote befinden sich ein Porträt von Adam Smith und eine Szene mit Arbeitern einer Nadelfabrik. Die 50-Pfund-Note zeigt James Watt und Matthew Boulton, die Abbildung einer Dampfmaschine und die Fabrik von Boulton.

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Pfund Sterling Banknoten aufgereiht von 5 bis 50 Pfund.

Sicherheit

Die Banknoten der Bank of England weisen zum Schutz gegen Fälschungen mehrere Sicherheitsmerkmale auf. Dazu gehören ein Wasserzeichen mit dem Bildnis der Königin Elisabeth II, ein Sicherheitsfaden, fluoreszierende Ziffern und ein Hologramm. Dieses zeigt – je nach Betrachtungswinkel – ein Bild der Britannia oder die Wertziffer des jeweiligen Scheines. Bei der 50-Pfund-Banknote sind Medaillon und eine Rose zu sehen.

Fälschungen

Die grösste Geldfälschungsaktion des Britischen Pfundes erfolgte während des Zweiten Weltkrieges durch die Nationalsozialisten. Grossbritannien sollte durch gefälschte Pfundscheine in eine Inflation gestürzt werden. Nach genauer Analyse des britischen Geldes und einer „Erprobung“ falscher Pfundscheine durch ein Schweizer Bankhaus begann die Herstellung gefälschter Banknoten. Verantwortlich für die Aktion war der SS-Sturmbannführer Bernhard Krüger. KZ-Härtlinge mit Kenntnissen im grafischen Bereich wurden im KZ Sachsenhausen als Geldfälscher eingesetzt. Gedruckt wurden insgesamt neun Millionen falsche Scheine mit einem Wert von über 134 Millionen Pfund.

Wechselkurs

Das Britische Pfund wird auf den internationalen Devisenmärkten hauptsächlich gegen den US-Dollar, den Euro und den japanischen Yen gehandelt und ist die weltweit am vierthäufigsten gehandelte Währung. Während der Wert des Pfundes 1940 noch auf 4,03 US-Dollar festgelegt wurde, fanden im Laufe der Jahre immer weitere Abwertungen statt. Das Pfund war 1967 grade noch 2,40 US-Dollar wert, legte aber in den folgenden Jahren wieder zu. 2009 befand sich das Pfund gegenüber dem Euro auf einem Rekordtiefststand. Das Referendum vom Juni 2016, in dem der EU-Austritt des Vereinigten Königreiches beschlossen wurde, kann zu einer weiteren Abwertung des Pfunds führen.

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